Dieses Jahr haben wir in der Vorweihnachtszeit einen ganz besonderen Ausflug unternommen. Es ging fast in den äußersten Westen von Deutschland in die Nähe von Geilenkirchen. Ziel war die sogenannte Selfkantbahn. Hierbei handelt es sich um das übrig gebliebene Teilstück der ehemaligen Geilenkirchener Kreisbahn. Die 5,5 Kilometer lange Strecke ist die letzte erhaltene 1000-mm-Kleinbahn in Nordrhein-Westfalen.

In der Vorweihnachtszeit finden die Nikoloausfahrten statt. Vom Bahnhof Gillrath aus geht die Fahrt über die 5,5 km lange Strecke in Richtung Schierwaldenrath. Wir haben uns für die Fahrt am 11.12 um 17 Uhr entschieden. Aufgeregt mit vielen anderen Familien erwarten wir die Rückkehr der vorherigen Tour und finden recht schnell einen Platz. Kurz nach der Abfahrt hält der Dampfzug noch einmal, um einen ganz besonderen Fahrgast aufzunehmen: den Nikolaus. Dieser kommt, von den Kindern an den Fenstern mit großen Augen bewundert, in einer prächtigen Kutsche angereist. Nachdem der Nikolaus zugestiegen ist geht es weiter und der Nikolaus beschert während der Weiterfahrt die mitfahrenden Kinder. Ein tolles und für uns einmaliges Erlebnis!

 

Am Bahnhof Schierwaldenrath angekommen verlassen wir den Zug. Hier hat man nun einige Zeit Aufenthalt und kann an einer Nikolausfeier in einem beheizten Festzelt teilnehmen. In diesem Zelt besteht auch die Möglichkeit einzukehren. Wir gehen uns das Spektakel kurz anschauen und bevor wir etwas sagen können wollen die Kinder schon freiwillig wieder nach draußen. Es ist voll und laut und so gar nicht unser Ding. Viel spannender ist es da zu beobachten wie die Lokomotiven ihre Vorräte an Wasser und Kohle wieder auffüllen. Wir kommen mit den Lokomotivführern und weiteren Mitarbeitern ins Gespräch und erfahren so viele interessante Dinge über die Funktionsweise einer Dampflokomotive und wie viel Wasser und Kohle selbst auf so einer recht kurzen Fahrt verbraucht werden. Zur Erinnerung bekommen die Kinder dann noch jeder ein Stück Kohle aus der Lokomotive geschenkt. Zum Glück gab es für die Eltern die passende Anleitung dazu: die Kohle zuerst eine Runde in der heimischen Spülmaschine mitfahren lassen und dann mit Klarlack lackieren. So haben wir es gemacht und es hat wunderbar funktioniert. Nach dieser Prozedur haben die Kohlestücke nun auch Einzug in die Kinderzimmer erhalten.

Für die Rückfahrt suchen wir uns einen Platz in einem der beiden Buffet-Wagen und können so auf der Rückfahrt noch einen Kaffee bzw. einen Tee genießen.

Unser Fazit ist eindeutig positiv. Die historischen Lokomotiven und Wagons versprühen einen einmaligen Charme. Selbst die Schaffner tragen historische Uniformen und Karbidlaternen. So fühlt man sich in eine längst vergangene Zeit zurück versetzt. Die Nikolausfahrt ist da natürlich nochmal etwas ganz besonderes und empfiehlt sich auf alle Fälle. Gekostet hat die Fahrt für 2 Erwachsene und 2 Kinder 33€. Darin enthalten ist auch die Nikolaustüte für die Kinder. Die Karten lassen sich problemlos online bestellen.